5 Dinge, die Unternehmen in Baden-Württemberg bremsen

21. September 2016 Armin Ruser

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Wir Badener und Württemberger haben mehr Gemeinsamkeiten als wir denken: Hier und da haben wir früh in unseren Bausparvertrag einbezahlt, wir alle mögen guten Wein (auch wenn wir manchmal unter „gut“ etwas anderes verstehen) und wir brauchen uns mit unserer Arbeitsmentalität definitiv nicht zu verstecken.

Vor allem Letzteres trägt oft Früchte und die Wirtschaft im Südwesten Deutschlands erfreut sich schon seit vielen Jahrzehnten einer beeindruckenden Entwicklung. Gleichzeit haben wir jedoch auch gemeinsam, dass wir uns das Leben manches Mal schwerer machen als nötig. Wenn wir es schaffen würden, die folgenden Begrenzungen los zu werden, hätten wir es deutlich leichter und unsere Unternehmen wären (ohne Mehrarbeit) noch besser aufgestellt.

1. Bremse: Fehlervermeidung um jeden Preis

Wir sind mit der warnenden Stimme „was sollen denn die Nachbarn denken?“ aufgewachsen. Selbst wenn die eigenen Eltern es nicht ausgesprochen haben - unsere Kultur war und ist vielfach von diesem Denken geprägt.

Eigentlich können sie denken was sie wollen. Trotzdem leben wir in der konstanten Angst, Fehler zu machen. Das Problem daran ist, dass wir uns zu oft mit einigermaßen gut funktionierenden Lösungen zufrieden geben. Wenn wir im Fehlervermeidungs-Modus leben, fallen wir zwar nicht so oft richtig auf die Nase, wir finden aber auch nicht heraus, was für uns am Besten funktioniert.

Probieren Sie es aus: Versuchen Sie, so viele alternative Wege wie möglich zu gehen! Die vielen besseren Lösungen, die dabei entstehen werden, sind die ein oder andere „peinliche“ Umkehraktion allemal wert.

 

2. Bremse: Überbewertung von Autoritäten

„Der Chef hat recht!“ Wirklich?

Inhabergeführte Unternehmen haben eine große Stärke: Der Chef fühlt sich verantwortlich und denkt nicht nur an den nächsten Quartalsbonus.

Die vielen Familienunternehmen im Ländle haben aber auch eine große Schwäche: Der Chef bekommt relativ wenig Kritik zu hören und seine Stimme hat massives Gewicht in der Firma. Jedoch ist der Chef nur in seltenen Fällen der kompetenteste oder intelligenteste Kopf im Raum - er ist einfach nur schon länger in der Firma als die anderen. Die meisten Unternehmer sind so schlau und umgeben sich mit Leuten, die besser sind als sie selbst. Diese Leute ordnen sich jedoch häufig unter, obwohl sie eigentlich mit ihrer Meinung recht hätten oder eine bessere Lösung für Probleme finden könnten.

Schaffen Sie deshalb ganz bewusst Räume, in denen die Autorität des Chefs keine Rolle spielt. Fordern Sie ihre Mitarbeiter aktiv dazu heraus, Ihnen zu widersprechen.

 

3. Bremse: Lineares Denken

Klare Ziele und Pläne zum Erreichen dieser Ziele sind großartig. In einer Welt, in der täglich neue Technologien entwickelt werden und das verfügbare Wissen so rasant zunimmt wie bei uns, kann der gute Plan von heute schon morgen eine beschämend schlechte Variante sein. Das geht sogar soweit, dass derjenige, der heute noch die beste Besetzung für eine Stelle ist, morgen schon völlig fehl am Platz sein kann. Gleichzeit lernen Sie vielleicht heute jemanden kennen, der in 2 Jahren mal bedeutend werden kann. Die heutige Begegnung ist also von großer Bedeutung für Ihre Zukunft.

Was Sie heute tun können:

Schaffen Sie Systeme, die dieser Dynamik gerecht werden. Definieren Sie die gewünschten Ergebnisse und sorgen Sie dafür, dass sich für jedes gewünschte Ergebnis jemand verantwortlich fühlt. Diese Person sollte die Freiheit haben, alles zu verändern, was einem optimalen Erreichen des Ergebnisses im Wege steht.

 

4. Bremse: Inneffektivität durch mangelnde Digitalkompetenz

Diese Bremse besteht aus zwei großen Bereichen.

  1. Einerseits verlieren wir und unsere Mitarbeiter Unmengen an Zeit und Energie während wir uns in der digitalen Welt verzetteln. Zum Beispiel führen eingehende E-Mails zu ständigen Unterbrechungen unseres Workflows.
  2. Andererseits nutzen wir die Möglichkeiten des Digitalmarketings, Inbound-Vertriebs und der Prozess-Optimierungen meist nur ansatzweise.

 

Zu diesen Themen habe ich schon einiges geschrieben und in der nächsten Zeit haben wir noch zahlreiche Blog-Artikel dazu geplant. Heute möchte ich deshalb nur auf meinen Artikel zur E-Mail Produktivität hinweisen.

 

5. Bremse: Alleine in einer vernetzten Welt

„Das schaff’ ich schon!“

Wie oft haben Sie das schon gedacht oder gesagt?

Dabei müssen Sie gar nicht alles selbst schaffen.

In unserer vernetzten Welt ist es sehr einfach, die besten Leute zu jedem Thema per Telefon oder E-Mail zu erreichen. Nutzen Sie diese Chance und bauen Sie ein Netzwerk aus Leuten, die Sie gerne unterstützen. Sie sollten für die zentralen Bereiche Ihres Unternehmens jemanden haben, …

… der die Antworten hat, die Sie brauchen;

… oder der jemanden kennt, der die Antworten hat, die Sie brauchen;

… der die Ressourcen hat, die Sie brauchen

… und der spezielle Aufgaben besser erledigen kann als Sie.

 

6. Bremse: Engpässe im Vertriebsprozess

„Viel hilft viel!“ denken viele Unternehmen und bringen ständig neue Produkte und Funktionen auf den Markt. Barry Schwartz hat in seinem Buch Paradox of Choice jedoch herausgearbeitet, dass zu viel Auswahl unsere Handlungsfähigkeit lähmt und dass Kunden bei zu vielen Möglichkeiten oft gar nichts kaufen. Vielleicht kennen Sie diese Überforderung von der Wurst- oder Käsetheke.

Geben Sie Ihren Kunden weniger Auswahlmöglichkeiten. Erleichtern Sie es ihnen, wo immer es geht mit Ihnen ins Geschäft zu kommen.

Die Idee und die Grundstruktur für diesen Artikel stammt aus dem empfehlenswerten Buch THE STICKING POINT SOLUTION von Jay Abraham.

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  Innovation, Vertrieb, Digitalmarketing

Armin Ruser

Armin Ruser

Strategie und Unternehmensentwicklung sind meine Themen. Mit praktischen und messbaren Maßnahmen helfe ich Ihnen in Vertrieb und Führung wirkungsvoller zu werden.

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